Der Traum vom Segeln – im Veersemeer unterwegs

21.07.2026 18:05, Oranjeplaat, WSV Arnemuiden

So muss Segeln sein: Sanfter Wind von 3-4 Windstärken von hinten, Sonne, und dann ganz gemütlich nur mit dem Vorsegel das Veersemeer runter. Um mich herum Ausflugsschiffchen, Jollen, Surfer, kleine Motorbötchen, Segelschiffe, Michael liegt leise schnarchend in der Plicht neben mir, heisser Tee im Thermosbecher und kaltes Wasser in der Flaschen-Kühltasche – GLÜCK!

Zwischen Frühstück und Abfahrt haben wir uns noch diversen Reparaturen gewidmet. Der zerbrochene Klodeckel war nur noch durch Rost-Reste an der Schüssel fest, und auch die Gummi-Leisten unter unserem Dusch-Gitter brauchten ein Update. Wenn es dann funktioniert und erfolgreich ist, macht auch das Arbeiten am Schiff richtig Spass.

Danach hatte ich mir ein kurzes Schlümmerchen am Strand und ein Bad in der Nordsee verdient. Klares Wasser, kühl aber nicht zu kalt, sanfte Wellen und ein paar Schönwetterwolken, Badegäste um mich herum aber nicht voll – auch das war traumhaft.

Das Veersemeer ist für mich nach dem Grevelingen eines der schönsten Reviere hier in Zeeland. Es schlängelt sich von der Ooster-Schelde Richtung Nordsee, ist umgeben von Campingplätzen, einzelnen Häusern und viel Wald, mittendrin ein paar Inseln, mal als Naturschutzgebiet nicht zugänglich, mal mit Stegen für die Übernachtung von Booten eingerichtet. So hat man beim Segeln immer was zu gucken, und ich auch schnell von A nach B (heute waren es nur 6 Meilen).

Jetzt liegen wir in einem für uns ganz neuen Yachthafen in Oranjeplaat direkt vor dem Clubhaus. Ich frage mich, ob mein Papi hier auch schon mal war, zumindest kann ich mich an keine Erzählung erinnern. Wir haben Münzen für Waschmaschine und Trockner besorgt, meine gelesenen Geo Hefte in den Bücherschrank gelegt und sehr leckeres Hühnchen-Curry mit Ananas gegessen. Jetzt freut sich Michael auf eine Dusche, und ich überlege, ob ich das SUP aufblasen soll. Es ist so entspannt hier, da macht ein bischen Paddeln bestimmt Spass… [T]

20:10 Uhr Arnemuiden, immer noch Dienstag (glaube ich)

Ausser den bereits angeführten Reparaturen war noch der Bolzen vom Schäkel zu ersetzen, mit der die Dirk (Leine vom Mast oben zum hinteren Ende des Baums) befestigt war. Der hat sich nun zum zweiten Male (in 7 Jahren) gelöst. Beim ersten Mal waren Schäkel und Bolzen weg, jetzt nur der Bolzen und der Schäkel schwang (vorgestern?) an der Dirk übers Schiff. Zum Glück haben wir das sofort bemerkt und das Ding ist uns nicht an den Kopf geschlagen. Das temporäre Bändsel ist jetzt wieder fort und der neue Bolzen mit Schraubenkleber gesichert. Mal schauen, ob das besser hält.

Und sonst? Sonst habe ich am Nachmittag auf dem Boot abgehangen: gelesen und Hafenkino geschaut. Gegenüber musste jmd eine richtig lange Leine aus der Schraube von seinem Motorboot fummeln und schneiden. Unangemehme Erinnerungen an unseren Törn 2022 von Ballen (auf Samsø) nach Bogense (auf Fünen) kamen da wieder hoch. wo wir unter Segeln angelegt haben, weil wir unsere eigene Festmacherleine in der Schraube hatten und der Motor immer abgewürgt wurde, sobald wir Gas geben wollten. Heute das Motorboot hat normal angelegt, ob der wohl zwei Propeller hatte?

Zwischenzeitlich ist Tanja zur Dusche und Wäscche waschen, während ich hier im Hafenkino mir das Testbild, ab und an unterbrochen von einem anlegenden Spätheimkehrer, anschaue. [M]

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