Einem ruhigen Vormittag folgt ein Tag unter Segeln
Queenborough, am Ponton, 09.07.2026, 23:15 Uhr
Während Tanja sich am Morgen in Laufklamotten kleidete, um Ramsgate und Umgebung zu erkunden, machte ich mich auf zu ‚The Hive‘. Das kleine Kaffee ist mir gestern auf dem Weg zu den Fish&Chips schon aufgefallen und lockte mit typisch britischem Frühstück. Da wollte – und bin – ich dann so gegen 10 Uhr auch hin.
Allerdings habe ich mich angesichts der anstehenden Tagestour doch gegen Speck und Bohnen entschieden. Dafür gab es pochierte Eier auf Toast mit Avocado und Halumi. Dazu Kaffee schwarz.


Zurück am Boot war noch etwas Büroarbeit zu erledigen, gefolgt von entspannender Lektüre und warten auf die Rückkehr meiner Skipperin.
Ach ja, kurz nach dem Aufstehen hatten wir mit Tidentabellen und Windvorhersagen auf dem Schoß die nächsten Tage geplant. Eine Planung, die wir dann heute Abend nach Ankunft in Queenborough an neue Gegebenheiten auf Basis aktualisierter Windvorhersage angepasst haben.
Vom frühen Nachmittag bis zum Abend gab es ein abwechselungsreiches Segelevent. Erst mit halbem Wind von Ramsgate bis nördlich von North Foreland. An der roten Tonne ‚East Margate‘ dann halb links Richtung ‚Princes Channel‘ und ab da dann mit unserem bunten Dieselspartuch in einer Rauschefahrt mit der Flut in Richtung Westen, mit bis zu 8 kn immer am roten Tonnenstrich lang, um gegen Ende links hinter die Insel Sheppey in den Medway nach Queenborough einzubiegen. 38 nm: erst geschlichen, dann gerast! Und zum Abschluss zu Fuß im Dunkeln durchs Örtchen an drei Pubs vorbei geschlendert. [M]















Hach war das ein schöner Tag! An den Kreidefelsen roch es wie an der Ostsee – vielleicht wegen der Kreide? Es gibt eine Stein-Spirale beim ehemaligen Freibad, viele gepflegte Häuser, einen wunderschönen Park mit Gewächshaus, viele Erinnerungen an Queen Victoria, sogar einen stillgelegten Lift.
Auch hier sind die Kriege noch sehr präsent. Schon für die Schlachten gegen Napoleon wurde hier geübt. Das Festland ist nicht weit, viele Flugzeuge sind hier gestartet und gelandet, um Deutsche Schiffe und Städte zu bombardieren. Daran erinnern diverse Plaketten und Denkmäler, ausserdem unzählige abgestürzte Flieger, die von Tauchern untersucht werden.














Mit belebten Strassen und offenen Geschäften im Sonnenschein gewinnt Ramsgate ungemein. Ich habe Mushroom-Pie und Nelson-Schnitten erstanden und mit einem kalten Mineralwasser auf dem Friedhof gefrühstückt. Zum Nachtisch noch Brombeeren frisch vom Strauch – lecker!

Der Aufbau des Gennaker hat tatsächlich beim ersten Versuch funktioniert. Die Tüte ist echt genial, und diesmal habe ich für jede Leine die richtige Stelle gefunden. Tolles Gefühl, wenn sich das riesige Tuch mit Wind füllt und die CHRITA so richtig Gas gibt.



Also die Kreidefelsen sehen ja schon toll aus aber dieser tolle, selbstentworfene Gennaker übertrifft wirklich alles!☀️