Klappe auf, Betten nass!

Queenborough, 14. Juli 2026, 22:55 Uhr.

Es ist schon ein interessantes Gefühl, morgens zu „seinem“ Supermarkt zu gehen, und linke Hand direkt die Tower Bridge zu haben. Vom St. Katharinen Dock sind es nur etwa 500 m bis zum Tesco Express, der alles hat, was wir benötigten, um unsere Vorräte mit Frischwaren wieder aufzufüllen.

Danach habe ich den Kabeladapter abgebaut und bin zum Havenbüro, um ihn zurückzugeben und das Liegegeld zu bezahlen. Dann zurück zur CHRITA und alles fertig für die Abreise machen. Alles? Na ja, nicht ganz… Jedenfalls haben wir wie angewiesen auf VHF Kanal 80 gewartet, bis die Aufforderung kam, in die Schleuse einzufahren. Wir sind direkt hinter der ‚Tale Quale‘ rein. Dieses Boot und seine Crew hatten wir bereits letzte Woche hier in Queenborough getroffen und da wir an der Kante lagen, haben wir mit den beiden auch in London immer mal wieder geplaudert, wenn sie längs geschlendert kamen. Als wir dann aus der Schleuse raus und nach Backbord gen Osten gedreht haben, sind die beiden nach Westen, um noch kurz die andere Seite der Tower Bridge zu besuchen. Kurz nach Durchquerung des Themse Flutsperrwerkes, hat die ‚Tale Quale‘ uns aber bereits wieder ein- und überholt.

Wir hatten dann bis Ende der Themse mitlaufende Tide, mit ca 2 kn. Dabei aber den Wind mit gut 15 kn gegen uns. Insbesondere die letzten 10 bis 15 nm waren geprägt von recht ungemütlichen Wellen, die die CHRITA so richtig haben stampfen lassen. Tja, und wenn man dann vorher nicht alle Luken verriegelt hat, sucht sich das überkommende Wasser seinen Weg und durchnässt die Matratzen samt Kopfkissen. Nur mein Schlafsack, blieb wunderbarer Weise trocken.

So ist das Deck voll mit Sachen, die nun im Wind trocknen müssen und wir nächtigen heute im Salon.

Wir liegen aussen als drittes Boot im Päckchen. Und da unsere beiden inneren Stegnachbarn morgen früh um 6:45 Uhr los, Richtung London, wollen, stehen wir 30 min vorher auf. Wozu? Na, um das Deck aufzuklarieren, damit wir ablegen können, um den beiden den Weg frei zu machen. [M]

Heimkommen ist ein gutes Stichwort: Wir sind zurück auf der Ost-Halbkugel, siehe Video von der Überquerung des Null-Meridian.

Die grossen Attraktionen von der Hinreise: Sperrwerk, Gondeln, Tower-Bridge sind nur noch ein müdes Lächeln und beiläufiges Handy-Photo wert und das Einlaufen hier in Queenborough fühlt sich an wie nach Hause kommen.

Die Wellen waren echt beeindruckend. Gefühlt kamen sie direkt aus Belgien, aber eigentlich wurden sie durch die gegensätzliche Wirkrichtung von Strömung und Wind verursacht. Wir hatten die Strömung mit uns, mussten dafür fast durchgehend gegen den Wind. Darum lief auch bis auf 7 Meilen der Motor mit, weil gegen Wind UND Strömung macht zwar weniger Wellen, aber dann kommen wir auch nicht voran…

Das Anleger-Bier schmeckte nach dem Spülen mit viel Süsswasser, dem Wringen und gesichertem Aufhängen der Plünnen noch besser, und die abschließende Dusche im fast Dunklen, um all das Themse-Wasser wieder loszuwerden  war ein Genuss.[T]

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