Willkommen in Belgien

05.07.26 23:15, Nieuwpoort, Königlicher Yachtclub,

Hi Leser:innen,

Ich bin auch wieder dabei, war aber gestern Abend echt zu müde für einen Beitrag. Der letzte Arbeits-„Tag“ war einfach zu lang, tatsächlich bin ich erst nach dem Einkaufen das erste Mal schlafen gegangen… Aber ich schlafe auch am Liebsten unterwegs,  also im Auto, auf dem Volkerak und später im Zijpe.

Nach einer längeren Nacht und der gemütlichen Dusche sind wir heute um 10:25 Uhr losgefahren, manchmal sind die Gezeiten auf meiner Seite :-). Auf der anderen Seite der Schleuse durch das Sturmflutwehr der Oosterschelde war es dann so weit: Beide Segel durften raus und unser Bug wendete sich nach Süd-Westen. Die belgische Küste besteht aus mehrstöckigen Urlaubsmaschinen unterbrochen von Dünenlandschaften. Es war wohl politischer Wille, dass jede:r Belgier:in eine Wohnung am Meer haben kann. Schöne Idee, aber das Ergebnis ist besser aus der Ferne zu betrachten. Wohltuende Ausnahme ist De Haan, kurz nach Blankenberge.

Dort begann auch für uns ein neues Stück Küste: So weit westlich sind wir mit der CHRITA noch nie gewesen.

Auf der Fahrt habe ich wieder viel geschlafen, weil Michael oft lieber steuern wollte. Zwischendurch durfte ich den Kabinenboden wischen, weil sich ein paar  Eier aus dem Schrank aufgemacht hatten, um die Welt zu entdecken. 4 Eier sind auf dem Herd gelandet und konnten für das Abendessen gesichert werden, der Rest hat sich auf dem Boden verteilt und war schon gut angetrocknet. Nach der Aktion brauchte ich auch erstmal frische Luft um die Nase..

Quasi mit dem Sonnenuntergang sind wir im königlichen YachtclubNueuwpoort eingelaufen, haben Halumi mit Rührei genossen und lassen des Abend mit Zigarrenduft vom Nachtbar-Motorboot ausklingen – genau so hat es auch bei meinem Opi in Köln auch gerochen 🙂 [T]

Meine Freude an der Seekrankheit hält sich in Grenzen. Irgendwie schwebte sie heute unheilvoll drohend über mir. Vor Blankenberge schlug sie dann zu. Dieses Mal, zum Glück, nur mit kurzen Momenten über der Reeling. Eigentlich nicht besonderes gut schmeckende Cracker mit Käsegeschmack, haben mich dann schnell wieder Ruhe finden lassen. Dabei hatte ich am Morgen, auf Tanjas Rat hin eine Tablette gegen Reisekrankeit genommen. Und unterwegs dann noch ein SuperPep-Kaugummi.
Mir war kalt und habe gebettelt, dass wir nach Blankenberge reinfahren. Aber die Skipperin, an dieser Stelle möchte ich keine Namen nennen, blieb hart. „Dann müssen wir morgen wieder raus.“ war ihr Kommentar. Für die von uns geplante Richtung Süden, wäre das tatsächlich eher ungünstiger als weiterzuleiden.
Dem „In der Ostsee hast Du Dich doch an das Schaukeln gewöhnt.“ folgten noch ein paar kühle Ratschläge und dann reichte sie mir besagte Käsecracker.[M]

Hier haben wir am Morgen danach nochmal gesprochen. Meine Vorschläge waren nicht „kühl“ gemeint, wurden aber vielleich tetwas genervt, weil der Mit-Skipper nicht den Eindruck erweckt hat, über Vorschläge nachzudenken. Heute morgen haben wir dann mögliche Optionen gefunden. Tatsächlich sagen wissenschaftliche Studien, dass mit zunehmendem Lebensalter die Empfindlichkeit für Seekrankheit abnimmt [T]


Da der Wind nachliess, wurde der Motor gestartet und mit nun 5 statt 2 kn durchs Wasser wurde aus dem Geschaukele wieder ein leichtes Stampfen durch die Wellen.
So zogen die letzten 3 Stunden, die verbleibenden 18 nm und die Hochhäuser der beschaulichen Belgische Küste an uns vorbei bis wir schließlich nach 52 nm Fahrt, im Königlichen Yachthaven gelandet sind. [M]

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